Friedrich-Ebert-Stiftung (Hg.)
Archiv für Sozialgeschichte. Band 66
Sozial- und Kulturgeschichte der Gegenwart. Gesellschaftlicher Wandel seit 1990
Die rasante Geschwindigkeit von Neuerungen und Umbrüchen ist ein prägendes Element unserer Gegenwart. Seit 1990 erleben wir einen beschleunigten Wandel von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und alltäglichen Gewissheiten. Globale ökonomische und sicherheitspolitische Dynamiken, die allgegenwärtige digitale Transformation und enorme soziale Disparitäten verstärken Wahrnehmungen von Unsicherheit und Veränderungsdruck.
Stephan Rammler
Morbide Mobilität
Infrastruktur, Klima, KI und Geopolitik
Der Kampf um die Stabilität moderner Gesellschaften
Im 21. Jahrhundert sind Verkehrssysteme – Straßen, Häfen, Schienen, Lufträume und Datenkorridore – die Lebensadern unserer Gesellschaften. Doch diese Adern werden brüchig. Die Stabilität nationaler und globaler Mobilität ist gefährdet, denn sie steht unter Druck durch neue Technologien, den Klimawandel und die Geopolitik. Der Zukunftsforscher Stephan Rammler analysiert, wo, wie und warum wir so verwundbar geworden sind und zeigt Wege auf, unsere Mobilität so umzubauen, dass sie auch unter Stress funktioniert.
Daniela Rüther
Verkäuferinnen
Die Geschichte der Frauen hinter der Ladentheke
Sie begegnen uns täglich – und doch kennen wir ihre Geschichte kaum: Verkäuferinnen im Lebensmitteleinzelhandel. Während die großen Filialketten heute das Stadtbild prägen, ist der Anteil der Frauen am Erfolg dieser Betriebsform weitgehend unbekannt. Dieses Buch erzählt erstmals ihre Geschichte – quellennah, überraschend und mit vielen eindrücklichen Anekdoten.
Rainer Kippe / Martin Stankowski
Kommunismus op Kölsch
Wie man am Rhein den Kampf um die Menschenrechte selbst in die Hand nimmt
Wie gut kümmern sich deutsche Großstädte um Menschen, die obdachlos sind, am unteren Ende der sozialen Leiter stehen und Beistand benötigen? Geht so! Deshalb existiert seit fast 50 Jahren im Kölner Stadtteil Mülheim ein außergewöhnliches Projekt: die Sozialistische Selbsthilfe Mülheim, kurz SSM. Was mit der Besetzung einer alten Fabrik begann, ist heute eine feste Größe im Stadtteil – und ein gelebtes Experiment in sozialer Gleichberechtigung und wirtschaftlicher Unabhängigkeit. Rainer Kippe, ein Mitbegründer, erzählt über das Projekt, das eine Kölsche Antwort auf Verarmung, Wohnungsnot und Obdachlosigkeit, Vereinzelung und die drängende Frage liefert, wie solidarisches Zusammenleben gelingen kann.
Wirtschaftsforum der SPD e. V. (Hg.)
Germanomics
Neue Anworten für Wachstum und Wohlstand
Die deutsche Wirtschaft steckt in einer Phase tiefgreifender Umbrüche. Wie können Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand der Bundesrepublik und Europas langfristig gesichert werden? Mit einer erfolgreichen Transformation in den zentralen Feldern müssen wirtschaftspolitische Reformen einhergehen. Die Autoren des Bandes versuchen Antworten und Wege zu finden.
Matthias Pfeffer / Jürgen Pfeffer / Paul Nemitz
Die offene Zukunft und ihre Feinde
Wie wir die freie Gesellschaft vor der KI-Diktatur bewahren können
Künstliche Intelligenz gilt als Motor des Fortschritts. Doch längst ist sie zur Herausforderung für die Demokratie geworden. Die Autoren betrachten KI als grundlegende Macht- und Demokratiefrage und analysieren den Konflikt zwischen algorithmischer Steuerung und demokratischer Selbstbestimmung. Die Kernthese: Die Zukunft ist offen – Menschen gestalten sie mit ihrer Vorstellungskraft, im öffentlichen Diskurs und auf der Grundlage von Pluralität. Wer immer mehr Entscheidungen automatisierten Systemen überlässt und die Zukunft mittels KI steuern will, verkennt die Grenzen dieser Technologie und riskiert Freiheit. Wie kann es gelingen, die offene Zukunft und damit die offene Gesellschaft zu erhalten?
Toby Binder
#053KIDS
Im Duisburger Stadtteil Hochfeld leben mehr als die Hälfte aller Minderjährigen in Armut. Sie und ihre Familien stammen aus vielen verschiedenen Ländern – aber sie nutzen die Ziffern 053 der örtlichen Postleitzahl als Zeichen ihrer Zugehörigkeit. Das sind die 053-Kids. Der Fotograf Toby Binder hat Hochfelder Jugendliche über Jahre begleitet, ihren Alltag dokumentiert, ihr Leben sichtbar gemacht. Binder hat die Erfahrung sozialer Ungerechtigkeit, ihren Kampf um Identität, aber auch Freundschaft und Wünsche meisterhaft ins Bild gesetzt.
Eva Gengler
Feministische KI
Warum Künstliche Intelligenz Ungerechtigkeit verstärkt und was wir dagegen tun müssen
Künstliche Intelligenz – kurz KI – beeinflusst, was wir konsumieren, wo wir arbeiten, wen wir lieben. In einer Welt, in der KI zunehmend unser Leben prägt, offenbart sich jedoch eine unbequeme Wahrheit: Diese Systeme sind nicht neutral. KI spiegelt gesellschaftliche Machtverhältnisse wider und automatisiert Vorurteile. Frauen, People of Color und andere marginalisierte Gruppen werden durch KI häufig benachteiligt, weil sie in einem System entsteht, das von kapitalistischen Interessen, patriarchalen Strukturen und kolonialen Praktiken geprägt ist. Wie eine alternative und feministische KI gestaltet und eingesetzt werden kann, um Ungerechtigkeiten aufzuheben, das zeigt Eva Gengler in diesem Buch.
Nicole Bögelein / Gina Rosa Wollinger
True Criminology
Mythen, Fakten, Hintergründe
Kriminalität ist beunruhigend und faszinierend zugleich. Die Soziologinnen Nicole Bögelein und Gina Rosa Wollinger öffnen uns eine Tür zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen über Kriminalität. Wie unsicher ist unsere Gesellschaft? Wie ist die polizeiliche Statistik richtig zu lesen? Wird die Jugend wirklich immer brutaler? Was wissen wir über sexualisierte Gewalt? Gibt es Gruppen, die öfter kriminell sind als andere? Die Autorinnen klären auf – fundiert, verständlich und spannend zu lesen.
Harald Roth (Hg.)
Keine Zeit für Apathie, keine Zeit zu schweigen
Texte für eine weltoffene Demokratie
Die Demokratie steht unter Druck – von innen wie außen. Entschlossene Gegenwehr ist jetzt nötig, bevor es zu spät ist. Aber wie? Dieses Buch macht Mut, sich einzumischen, eigene Ideen einzubringen und Verantwortung zu übernehmen. Ob in Schule, Nachbarschaft oder digitalem Raum: Demokratie muss täglich gelebt, verteidigt und erneuert werden – von uns allen.
Katharina Maria Meiser
Schule macht Demokratie
Impulse für eine neue Bildungskultur zwischen Autonomie, Leistung und Verantwortung
Bildung ist der Schlüssel zur Demokratie – doch das deutsche Bildungssystem steckt in alten Strukturen fest. Katharina Meiser sieht einen direkten Zusammenhang zwischen unserem dysfunktionalen Bildungssystem und der aktuellen Demokratiekrise. Daher fordert sie eine gänzlich neue Bildungskultur. Sie zeigt, warum Demokratiekompetenz nur dann entstehen kann, wenn Schulen Raum für Freiheit, Verantwortung, Autonomie und Solidarität bieten.
Hilde Nagell
Digital Revolution
How to Take Your Power and Freedom Back
Translated from Norwegian to English by Adam King
Every day, data is collected about how you live. This data is owned by large technology companies in the US and China. Google, Facebook, Amazon, and TikTok have become such a big part of society that important decisions are being moved from democratic assemblies to closed boardrooms. On the one hand, technology makes our lives more exciting and richer. At the same time, it can create economic disparities the world has never seen before. Technology companies are developing increasingly advanced forms of artifi cial intelligence that can solve key tasks, but also threaten our freedom more fundamentally than ever before in history.
Friedrich-Ebert-Stiftung (Hg.)
Archiv für Sozialgeschichte, Bd. 65 (2025)
Partizipation und Repräsentation
Eine demokratische Liebesgeschichte?
Moderne Demokratien streben die Herrschaft »des Volkes« durch politische und soziale Teilhabe an. Gleichzeitig wird die alltägliche Machtausübung an Parteien und einzelne Personen delegiert, die den Volkswillen repräsentativ vertreten sollen. Ihren Einfluss machen die Vielen vor allem bei der Wahl ihrer Vertretungen und bei Abstimmungen oder Referenden über einzelne Sachfragen geltend. Dazu artikulieren Interessengruppen, Protestbewegungen, Expert:innen und Einzelne ihre Anliegen durch nichtrepräsentative Praktiken der Partizipation.
Souad Lamroubal
Die Demokratie der anderen
Was der Kampf um Zugehörigkeit mit uns macht
Der Wunsch nach Zugehörigkeit in einer Demokratie prägt viele Menschen. Aber für wen ist wirklich Platz in unserer Gesellschaft? Steht sie allen offen oder nur Menschen, die sich anpassen und bereit sind, ihre kulturellen Werte über Bord zu werfen und einer diffusen Vorstellung vom »Deutsch-Sein« zu entsprechen? Viele werden in ihrem mühevollen Kampf um Akzeptanz und Gleichberechtigung regelmäßig abgewiesen. Über die Eintrittskarte zur Demokratie entscheiden »die anderen«.














